Die Expedition ANT XXIII/8 verabschiedet sich von den Freunden des IPY-Blogs
Die Expedition ANT XXIII/8 geht zu Ende. Von denen, die diesen Web-blog in den letzten zehn Wochen verfolgt haben, verabschieden wir uns...
Im Vorfeld des Internationalen Polarjahres 2007/2008 haben die beiden Projekte "Census of Antarctic Marine Life" und "Convention on the Conservation of Antarctic Marine Living Resources" gute Erfolge erzielt.
Das fischereibiologische Survey wurde komplett abgearbeitet. "Wir wissen jetzt besser als zuvor, dass sich die Fischbestände an der Antarktischen Halbinsel zur Zeit nicht für eine Wiederaufnahme der kommerziellen Fischerei lohnen" fasst Karl-Hermann Kock von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg zusammen. Im ehemals durch Schelfeis bedeckten Larsengebiet fanden erstmalig systematische biologische Untersuchungen statt. "Hier haben wir eine ganz besondere Fauna gefunden die mit weiten Teilen der Antarktis gar nicht vergleichbar ist." stellt der wissenschaftliche Fahrtleiter Julian Gutt auf Grund seiner zwanzigjährigen Erfahrung in der Polarforschung fest. Die von dem US amerikanischen Arbeitsgruppe von E. Domack vor einem Jahren gefundene kalte Gasquelle haben wir erstmalig beprobt. Wir bringen Sedimentproben, mikrobiologisches Material und Muschelschalen, die typisch für solche Seeps sind, mit nach Hause. "Die bisherigen Kenntnisse über diese Quelle, wie sie entstanden ist und warum sie vor einiger Zeit versiegt sein muss, werden sich nach den Analysen zu Hause erheblich verbessern" sagt Helge Niemann, Mikrobiologe vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen. Ein wesentlicher Punkt für den Fahrtleiter war auch die internationale Kooperation. "Es war mir ein ehrliches Vergnügen, mit engagierten Wissenschaftlern für 10 Wochen auf so engem Raum, in solch' angenehmer Atmosphäre zusammen zu arbeiten und zu leben, wo wir doch wissen, dass das in vielen Teilen der Erde zur selben Zeit gar nicht gut klappt".
Die Projekte sind mit dem Ende der Reise noch lange nicht abgeschlossen. Die fischereibiologischen Ergebnisse gehen in Datenbanken ein und dienen großräumigen und längerfristigen Studien. Der CAML wird einen Workshops in Barcelona finanzieren, auf dem wesentliche Einzelergebnisse im Rahmen einer Synthese zusammengefasst werden. Erst wenn unsere eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse durch Zeitschriften, Datenbanken oder auf Konferenzen der Fachwelt zugänglich gemacht sind, sind die Projekte abgeschlossen. Sie werden dann die Grundlage für zukünftige weiterführende Studien bilden. So funktioniert Wissenschaft!
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