Thursday, 04. December 2008

Auf in den Süden, es ist Sommer!

Autor: Helmke Schulze

Schild mit der Aufschrift: "Next destination Antarctica" (Foto: Helmke Schulze)

Polarstern Logo (Foto: Helmke Schulze)

Tafelberg mit Wolkendecke (Foto: Helmke Schulze)

4./5.12.2008  - erster Reisetag - Auf in den Süden, es ist Sommer!


Eigentlich noch gar kein Reisetag, sondern „nur“ der Beginn meiner großen Antarktisreise. Der Koffer schon gepackt, die wichtige Fototechnik kommt ins Handgepäck. Dann den Koffer wieder ausgepackt … schließlich muss man ja nicht alles für vier Wochen mitnehmen. (Es gibt sogar eine Reinigung an Bord. Überhaupt - „an Bord“ - Wie wird es wohl sein?) Also kommt wieder was raus und was anderes rein. Was packt man ein, wenn man nach Kapstadt in den Sommer fliegt, aber eigentlich in die Antarktis will? Die eigentlich wichtig warmen Sachen der zweiten und dritten Hülle stehen sowieso bereits in meinem Seesack an Bord der Polarstern bereit! Im Koffer mit 23 kg Begrenzung undeckbar!

Vor der Immigrationkontrolle treffe ich auf ebenfalls 3 Polarsternreisende. Wir erkennen uns einfach so. So selbstverständlich ist das eben.

Auf der Fahrt tief in das Hafengebiet erwartet und bereits am frühen Morgen strahlende Sonne, wir sehen den Tafelberg – sehr beeindruckend, am Straßenrand Wellblechsiedlungen eng an eng – nicht so einladend, aber ich halte nur Ausschau nach der  Polarstern. Letztlich liegt sie ganz normal am Kai, wie sollte es auch anders sein.
Keine breite Gangway, sondern eine schmale Metallstiege führt hinauf. Gar nicht so einfach mit einem schweren Koffer in der Hand! Meine Kammer hat die Nr. 214 auf dem 2. Oberdeck und ich wohne allein – was für ein Luxus!
Natürlich ist das eine Ausnahme, weil auf dieser relativ kurzen Versorgungsfahrt das Schiff nicht voll mit Wissenschaftlern besetzt ist.
Ich hänge mich an Linn, eine Biologie-Studentin der Uni Bremen, um mich an Bord zurecht zu finden. Sie ist bereits zum zweiten Mal auf der Polarstern Richtung Antarktis unterwegs. Zunächst geht es in die Messe, wo wir uns als Neuankömmlinge ein Frühstück gönnen dürfen.
Etwas Zeit für einen Ausflug in die Stadt ist noch, aber pünktlich zu 16:00 Uhr bringt uns der Shuttle von vereinbarter Stelle zurück zum Schiff.
Nun mache ich auch noch die obligatorischen Fotos vom Schiff, darum geht es ja schließlich!
Ein erstes Treffen der Wissenschaftler wird zum Abend dann doch abgesagt und plötzlich geht alles ganz schnell. Um mich herum sind alle schwer beschäftigt. Alle Wissenschaftler sind mittlerweile an Bord und gucken nach ihrer Fracht, richten ihre Labore her, alles muss seetüchtig festgezurrt werden.
Genau zwischen 17:30 und 18:30 Uhr gibt es in der Messe Abendbrot, alte und neue Bekannte treffen sich hier. Die ersten Forschungsprojekte werden gleich hier besprochen. Was ist noch zu tun, bevor das Schiff ablegt? Ist alles an Ort und Stelle?
Noch bin ich hier die Neue, also suche ich mich durch die verschiedenen Decks und finde den Fahrtenleiter Olaf, wie könnte es anders sein, im Gespräch mit Wissenschaftlern im Labor. Geklärt wird, wie und wann sie während der Fahrt ihre Messungen machen wollen, ob das Schiff dazu halten muss und welche Sensoren in welchen Gewässern eingesetzt werden können.
Ab Morgen werde ich im Einsatz sein. Das Ziel ist klar!


Fotos: Helmke Schulze













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