NOMAD

Sozialwissenschaftliche mobile Forschungsstation zur Beobachtung der Interaktion zwischen Rentier und Mensch

Von März 2007 bis Februar 2008 begleitete unser Team eine Rentierherde während ihrer Migration durch die Tundra im zentralen Teil der Halbinsel Kola (im Nordwesten der Russischen Föderation). Ziel der Untersuchung war, die kombinierten Effekte der sozio-ökonomischen Veränderungen und des Klimawandels  auf die Interaktion zwischen Mensch und Rentier zu beobachten. In dieser Region beruht diese Interaktion auf der sehr extensiven Form der Weidewirtschaft, die sich als ranching beschreiben lässt und die sich aus der Abwicklung und Umwandlung des örtlichen Staatsgutes (sovchoz) ergeben hat. Die früher üblichen intensiven Formen der Tierhaltung (die das Hüten der Rentiere möglichst rund um die Uhr und den Schutz der Jungtiere vor Raubtieren vorsahen) wurden eingestellt, die Tiere sind nun die meiste Zeit des Jahres sich selbst überlassen. Die Hirten bauen weitläufige Gehege und benutzen schwere Raupenfahrzeuge und Schneemobile, um die Tiere ein- oder zweimal jährlich zusammenzutreiben. Während der engen Zusammenarbeit mit den Angehörigen der Familien, die Rentiere halten, zeigte sich, dass das Ranching-System sich mittlerweile etabliert hat und die Rückkehr zu intensiven Methoden unwahrscheinlich ist. Als Teil einer langfristigen Strategie der Landnutzung sollten daher zeitgemäße Fahrzeuge und Technologien eingesetzt werden, die sowohl umweltschonender als auch den finanziellen Möglichkeiten der Familien angemessen sind.

Mehr über NOMAD...

 

  • Ein Hirte macht eine kurze Pause während seiner Suche nach der Herde
  • Rentierhirten auf ihrem Weg zu einem entfernten Basislager
  • Vladislava Vladimirova mit dem Hund Dimka