Expedition mit Polarstern
Projekttitel:
ARK-XXIII/1 Grönlandsee, physikalische Ozeanographie, Geodäsie
Expedition:
Bremerhaven - Longyearbyen
10.06.2008 - 01.07.2008
Projektbeschreibung:
Es werden hydrographische Arbeiten in der Grönlandsee durchgeführt, welche eines der weltweit wenigen Gebiete ist, in denen Wasser aus dem Oberflächenbereich eine genügend hohe Dichte erreichen kann, um in große Tiefen abzusinken. Im Grönlandsee-Becken fand in den letzten zwei Dekaden eine grundlegende Umstrukturierung des hydrographischen Systems statt, bei der der klassische zentrale Kaltwasserdom durch eine ausgeprägte Zweischichtung ersetzt wurde. Die ozeanographischen Untersuchungen in diesem Fahrtabschnitt beschäftigen sich mit dem Absinkprozess der Grenze zwischen den beiden Schichten sowie ihrer Beziehung zur Winterkonvektion und mit der relativen Bedeutung der Konvektionsmodes, zu denen auch sehr langlebige Wirbelstrukturen gehören. Hierzu werden hydrographische Messungen durchgeführt und autonom profilierende Verankerungen ausgewechselt. Das ozeanographische Arbeitsprogramm besteht aus drei Teilen: Der Untersuchung eines kleinen und langlebigen Wirbels (CV), der Auswechslung von autonom profilierenden Verankerungen sowie der Durchführung eines Zonalschnitt auf 75 °N. Die CV-Untersuchung hat die Detektion eines CV zur Voraussetzung. Drei autonom profilierende Tiefsee-Verankerungen (bei ca. 4°W, 75°N) wurden 2007 ausgebracht und werden 2008 ausgewechselt. Hinzu kommt die Auswechselung einer Verankerung, die mit einer Unterwasserwinde bestückt ist und CTD-Profile in den oberen 150 Metern der Wassersäule zur Bestimmung des Süßwasserhaushalts in der Grönlandsee misst. Der hydrographische Zonalschnitt wird mit 10 nautischen Meilen aufgelöst, um in jeder hydrographischen Domäne die für die Bestimmung des jeweiligen typischen Zustands notwendige Anzahl von CTD-Stationen zu gewinnen und den patchy-artigen Import in den großskaligen Wirbel hinein aufzulösen. Die Ausdehnung von 17°W bis 17°E ergibt zusammen mit einer Verdichtung im Ostgrönlandstrom-Bereich 60 Stationen, wovon die westlichsten in eisbedeckten Regionen liegen. Die Hauptarbeit in der Arbeitsgruppe 'Messende Ozeanographie' besteht in der Durchführung von CTD-Messungen auf Stationen und der in polaren Regionen notwendigen sofortigen Qualitätskontrolle. Das elektronisch messende Instrument wird vom PC aus gesteuert und Wasserprobenflaschen werden auf den gewünschten Tiefen geschlossen. Die Messungen finden im 24-Stunden Betrieb statt; es werden drei 8-Stunden Wachen eingerichtet. Für die Datenverarbeitung und die zur Qualitätskontrolle unentbehrliche Visualisierung wird eine SUN unter Solaris verwendet. Die Bedienungsoberflächen sind unkompliziert.
Finanzen:
Die An- und Abreise sowie die Kosten an Bord werden vom Alfred-Wegener-Institut übernommen. Das betrifft nicht persönliche Ausgaben wie z.B. Shopartikel oder Getränke über die Mahlzeiten hinaus.
Ansprechpartner für Fragen zur Expedition:
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Bremerhaven
Bewerbungen:
Bitte schicken Sie Ihre Unterlagen an
Deadline: 31. Dezember 2007