Zum Nordpol auf einer Eisscholle: NP-35 International Airport
Da kann man mal sehen, wie schnell wir durch die Zeit eilen. Der 30. Beitrag ist das schon. 30 Wochen bin ich somit schon unterwegs und konnte auch tatsächlich jede Woche einen neuen Beitrag „zu Papier“ bringen. Mein Kollege von der aerologischen Station hat mich gerade verlassen, wir haben gemeinsam eine Tasse Kaffee getrunken. Er kommt jeden Nachmittag bei mir vorbei, um mir die Daten der aktuellen Sondierungen zu bringen. Das bedeutet dann aber auch immer gleich erst mal Arbeit für mich. Bedeutet es doch, dass ich die Daten aufbereiten und nach Potsdam senden muss. Jedenfalls gibt es den wöchentlichen Beitrag diese Woche einen Tag früher. Gewissermaßen als Osterei. Denn ich hoffe, so ist es möglich dass der Beitrag nicht erst in einer Woche ins Web gestellt wird.
Der heutige Tag ist vielleicht gerade mal zur Hälfte rum, hatte es aber schon ganz schön in sich. Gerade eben habe ich unsere Miss Piggy aufgelassen. Es ist am Nachmittag ein klein wenig wärmer geworden, nämlich -36 Grad. Naja, die Sonne scheint ja schließlich auch schon. Den Vormittag habe ich mit einem `kleinen` Spaziergang verbracht. War das erste Mal seit meiner Ankunft hier, dass ich mich mehr als 200m von der Station entfernt hatte. In ungefähr 3 km Entfernung entsteht östlich der Station der `NP-35 International Airport`. Da vermutlich das AWI Flugzeug, welches mich hier abholen soll, das erste sein wird, das hier landet, wurde ich vom Chef gebeten mir das mal anzuschauen. Also bin ich heute Morgen mit ihm zum Flugfeld gewandert. Durch den tiefen Schnee, macht mir das, nach der vergleichsweise langen `Bewegungslosigkeit`, doch ein wenig zu schaffen und ich komme trotz -40 Grad ganz schön ins Schwitzen. Dafür erfriere ich mir allerdings ungeschützte Gesichtspartien. Und in der Tat, man kann schon deutlich den Runway erkennen. Ungefähr die Hälfte ist schon fertig planiert. Ein Zelt steht auch schon da, gewissermaßen als Flughafengebäude. Bis zum Wochenende soll alles fertig werden. Bleibt also nur noch zu hoffen, dass sich das Alfred-Wegener-Institut und das AARI einigen werden. Ich denke, das werde ich auch bis zum Wochenende wissen.
Mit der aufgehenden Sonne ist hier auch eifrige Betriebsamkeit eingekehrt. Jeden Morgen sieht man diverse Leute im Schnee nach verschiedenen Gegenständen graben. Teile des Materials, der Ausrüstung und des Baumaterials wurden im Herbst einfach auf dem Eis liegen gelassen. Diese werden nun wieder zutage befördert. Auch ich habe inzwischen einen meiner Schlitten aus einer meterhohen Schneewehe ausgegraben. Der Letzte wartet noch darauf befreit zu werden. Aber irgendwie muss ich auch langsam mal anfangen darüber nachzudenken, meine Kisten zu packen. Und dies dann auch mal wirklich zu tun… Im Moment stehen nur ein paar leere Kisten bereit in meinem Haus. Na, warten wir erst mal die Verhandlungen in Potsdam ab…
Was den Kollegen anbelangt, der letzte Woche ausgeflogen wurde, so ist er auf dem Wege der Besserung. Er liegt in Murmansk in einem Krankenhaus. Soll aber wohl schon kommendes Wochenende nach St. Petersburg fliegen.
Nun gut… so bleibt mir dann nur noch, allen geneigten Lesern ein schönes Osterfest und warme sonnige Tage fürs Osterwochenende zu wünschen.
Fotos: Jürgen Graeser
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