Polarstern: Wir packen das!
Die Zeit des großen Packens ist da. Wie bei jeder Forschungsseefahrt müssen auch auf dieser sämtliche Labore geräumt und gesäubert werden, Kisten gepackt und in Container verstaut und gelascht werden, und einwandfreie Inhaltslisten für den Zoll erstellt werden. Und das ganze traditionell zwei bis drei Tage vor Fahrtende, damit alles stressfrei und ordentlich abläuft. Wir Benthologen hatten das logistische Glück (was gleichzeitig auch wissenschaftliches Pech ist) bereits vor zwei Tagen mit der Wissenschaft fertig zu sein. Dies gab uns genug Zeit, bis heute Morgen alle Kisten gepackt zu haben. Um 8.00 Uhr hieß es dann strammgestanden und in die Hände gespuckt zum Containereinräumen. Zuerst mussten die Reste des Epibenthosschlittens und des Kameragestells in Position gebracht werden. Danach sah man an die zehn Benthologen geschäftig mit Hubwägen, Kisten und Plastikwannen durch die Flure des E-Decks hetzen. Durch die wirklich gelungene Zusammenarbeit und der Tatkraft aller war unser Container in Rekordzeit von 2 Stunden fertig gepackt und steht jetzt zur Abnahme durch den 1. Offizier bereit. Die leergeräumten Labors konnten wir nach getaner Arbeit jedoch auch nicht so stehen sehen. Also wurden Putzeimer, Feudel und Kehrschaufeln angeschleppt. Und nach drei Stunden auf dem Boden krabbeln und unter Schränken kriechen, sich an Deckenleisten abmühen, Staubwischen, Durchfeudeln und Schränke und Arbeitsflächen polieren, kann man jetzt in dem einst schlammdominierten Nasslabor vom Boden essen. Gleiches gilt für Genetiklabore und Kühlcontainer. Auch hier kann der 1. Offizier kommen und unser Werk begutachten. Nun stehen uns noch drei entspanntere Tage bevor, die wir wohl alle nutzen werden, um stundenlang an Deck die stetig steigenden Temperaturen zu genießen. Heute hatten wir schon fast 13°C, was nach 8 Wochen konstanten Minusgraden T-Shirt-Wetter gleichkommt. Und wenn dann der letzte Fahrtbericht geschrieben ist und alle bisherigen Ergebnisse zusammengefasst sind, können wir entspannt in die Ferne starren und sehnsüchtig auf den allseits bekannten Ausruf warten: „Land in Sicht!“. Aber das dauert noch drei Tage.
Fotos: G. Veit-Köhler, Senckenberg
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